Führungsausbildung

Führungsausbildung: den Führungsvorgang wirklich üben

Lagebeurteilung, Entschluss, Befehlsgebung, Kontrolle — und dann von vorn. Pointica bildet den Führungsvorgang digital ab, sodass Führungskräfte ihn wiederholt durchlaufen: mit unvollständigen Meldungen, unter Zeitdruck, in einer Lage, die sich weiterentwickelt.

Der Führungsvorgang als Regelkreis

Der Führungsvorgang ist die Klammer jeder Einsatzführung — vom Trupp bis zur Einsatzleitung. Er ist keine Liste, sondern ein Kreis: Mit der Kontrolle beginnt er von vorn, weil jede neue Meldung die Lage verändert. In der Führungskräfteausbildung wird er früh gelehrt und danach oft als bekannt vorausgesetzt.

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Lagefeststellung

Erkunden, befragen, melden: Schadenlage, Gefahren, eigene Kräfte, Raum und Zeit. Ergebnis: ein belastbares Lagebild.

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Planung und Beurteilung

Gefahren beurteilen, Möglichkeiten abwägen, Prioritäten setzen, Kräfte und Mittel einteilen. Ergebnis: der Entschluss — eine Festlegung, keine Absicht.

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Befehlsgebung

Der Entschluss wird zum Auftrag: wer, was, wo, womit — und vor allem wozu. Auftragstaktik heißt, das Ziel zu befehlen, nicht den Weg.

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Kontrolle

Keine vierte Phase, sondern die Rückführung: Wirkt der Auftrag? Stimmt das Lagebild noch? Jede Lageänderung startet den Vorgang erneut.

Der Führungsvorgang beschreibt den Ablauf; zusammen mit Führungsorganisation und Führungsmitteln bildet er das Führungssystem. Maßgeblich ist der Wortlaut der FwDV 100 „Führung und Leitung im Einsatz“ beziehungsweise der Vorschriften der jeweiligen Organisation.

Warum Führen so schwer zu üben ist

Führen lernt man nicht durch Zuhören, sondern durch Entscheiden — unter Zeitdruck, mit Informationslücken und mit den Folgen der eigenen Entscheidung. Genau diese Bedingungen lassen sich in der Realübung nur selten herstellen und noch seltener wiederholen.

Deshalb bleibt Führungsausbildung oft in der Theorie stehen: Der Regelkreis ist bekannt, aber wenig eingeübt. Eine digitale Übung senkt die Schwelle so weit, dass eine Lage nicht einmal, sondern mehrfach geführt werden kann.

Wie Pointica den Führungsvorgang mitschreibt

Während der Übung läuft der Regelkreis im Hintergrund mit. Was die Führungskraft tatsächlich tut — erkunden, Rückmeldung anfordern, Abschnitte bilden, Aufträge erteilen, Vollzug kontrollieren — füllt die zugehörige Phase. Was ausgelassen wurde, bleibt sichtbar offen.

Der Unterschied zur Checkliste

Eine Checkliste fragt ab, ob jemand den Führungsvorgang kennt. Der mitlaufende Regelkreis zeigt, ob er ihn angewendet hat — und an welcher Stelle er ihn abgekürzt hat.

  • Die Phase füllt sich aus dem tatsächlichen Handeln, nicht aus einer Selbstauskunft
  • Offene Stellen sind schon während der Übung erkennbar
  • Der Ausbilder sieht, ob der Entschluss ohne belastbares Lagebild fiel
  • Ein zweiter Durchlauf ist mit dem ersten vergleichbar

Die Darstellung folgt dem Regelkreis der FwDV 100. Welche Punkte hinter den Phasen liegen, sehen Ausbilder in der Anwendung.

Entscheidungsgrundlagen: Lagekarte, Rückmeldungen, Funk, Einsatztagebuch

Eine Führungsentscheidung ist nur so gut wie das Bild, auf dem sie beruht. Pointica stellt dieselben Führungsmittel bereit, mit denen auch im Einsatz gearbeitet wird — und hält zugleich fest, was entschieden wurde. Ausführlich beschrieben sind sie auf der Seite zur digitalen Einsatzleitung.

Interaktive Lagekarte

  • Einsatzkräfte, Fahrzeuge, Gefahrenbereiche verorten
  • Taktische Zeichen nach deutschem Standard
  • Einsatzabschnitte und Bereitstellungsräume

Rückmeldungen

  • Meldungen kommen unvollständig und zeitversetzt
  • Nachfragen kostet Zeit — wie im Einsatz
  • Der Übungsleiter spielt Lageänderungen ein

Funk und Kommunikation

  • Push-to-Talk, Sprachkonferenz und Text-Chat
  • Kommunikationsmatrix mit Kanalzuweisung
  • Befehlsgebung im tatsächlichen Sprechweg

Einsatztagebuch

  • Chronologie aus Meldungen, Maßnahmen, Entscheidungen
  • Zeitstempel für jeden Eintrag
  • Tagebuchführung unter Zeitdruck als eigene Übung

Führungsstufen und Führungsebenen

Die drei Phasen bleiben auf jeder Führungsebene dieselben. Was sich ändert, sind Umfang, Reichweite und Zeitmaß — nicht die Struktur. Deshalb zieht sich der Führungsvorgang vom Gruppenführer bis zur Einsatzleitung durch.

FührungsstufeKennzeichenWas in der Übung trainiert wird
Stufe AFühren ohne FührungsunterstützungDer Gruppenführer erkundet, entscheidet und befiehlt selbst
Stufe BFühren mit einem Führungsassistenten oder FührungstruppAbgeben und Nachhalten statt alles selbst zu schreiben
Stufe CFühren mit einer Führungsgruppe oder FührungsstaffelArbeitsteilige Führung, Einsatzabschnitte, geordneter Meldeweg

Verbindlich sind die Definitionen der FwDV 100 und der ergänzenden Vorschriften. In Pointica wird die Aufbauorganisation im Führungsstruktur-Editor abgebildet, sodass dieselbe Lage einmal als Gruppenführer- und einmal als Zugführer- oder Einsatzleiterlage geführt werden kann.

Gruppenführer Zugführer Verbandsführer Einsatzleiter Führungsassistent Führungsgruppe

Eine Lage mehrfach mit neuen Vorzeichen durchspielen

Der Vorteil einer digitalen Übung liegt in der Wiederholung: Dieselbe Lage lässt sich mit veränderten Vorzeichen erneut ansetzen, sodass die eingeübte Lösung nicht mehr passt.

Damit wird aus einem Szenario eine Übungsreihe. Die passenden Lagen — vom Gebäudebrand bis zur ABC-Lage — beschreibt die Seite zum digitalen Feuerwehr-Training.

Auswertung der Führungsentscheidungen

Nach der Übung steht nicht nur das Ergebnis zur Verfügung, sondern der Weg dorthin: Zeitstempel der Meldungen, der Stand der Lagekarte beim Entschluss, die erteilten Aufträge und die Kontrolle darüber. Die Nachbesprechung diskutiert damit Belege statt Erinnerungen.

Wie diese Nachbesprechung strukturiert abläuft und welche Protokolle sie nutzt, beschreibt die Seite zum After-Action-Review.

Führungsausbildung im Lehrgang und in der Kreisausbildung

Führungslehrgänge und Kreisausbildung stehen vor demselben Problem: viele Teilnehmer, wenig Zeit, begrenzte Übungsmittel. Ein digitales Planspiel ersetzt keine Vollübung, füllt aber die Lücke zwischen Lehrsaal und Übung.

Im Lehrgang

  • Planspiel im Lehrsaal statt Trockenübung an der Tafel
  • Alle Teilnehmer sehen dieselbe Lage in Echtzeit
  • Der Ausbilder eskaliert die Lage aus dem Hintergrund

In der Kreisausbildung

  • Mehrere Wehren üben gemeinsam ohne Anfahrt
  • Gemeinsame Lagekarte über Standorte hinweg
  • Teilnahme per Zugangscode ohne eigenen Account

Auf der Wache

  • Kurze Führungsübung im Dienstabend
  • Einzeltraining am Rechner ohne Ausbilder
  • Nachbereitung eines Realeinsatzes als Lage

Für Ausbilder

  • Lage vorbereiten und mehrfach verwenden
  • Rollen und Führungsebenen frei zuweisen
  • Teilnehmer während der Übung beobachten

Die Plattform läuft im Browser und ist auch für den Betrieb auf eigener Infrastruktur ausgelegt. Führungsausbildung ist dabei nicht auf die Feuerwehr beschränkt: Rettungsdienst, THW und Polizei üben dieselbe Struktur mit ihren eigenen Führungsmitteln — in einer gemeinsamen Lage auch miteinander.

Führungsvorgang einmal selbst durchspielen

Wir richten eine Übungslage auf Ihre Führungsstruktur und Ausbildungsziele ein.

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