Training für Hilfsorganisationen: Sanitätsdienst, Betreuung, Sichtung
Die Einheiten von DRK, DLRG, Maltesern, Johannitern und ASB stellen im Katastrophenschutz die größte Personalreserve — und haben die knappste Übungszeit. Pointica bildet die Lagen digital ab, die sonst einen ganzen Übungstag kosten, und lässt sich auch zwischen zwei Diensten allein durchlaufen.
Sanitätsdienst und Betreuungsdienst sind eigene Aufgaben
Im öffentlichen Bild verschwimmen Rettungsdienst und Hilfsorganisation oft zu einer Sache. In der Praxis sind es getrennte Aufträge: Der Sanitätsdienst versorgt und sichtet bei Großveranstaltungen und Schadenslagen, häufig als erste Kraft und lange bevor genügend Rettungsmittel da sind. Der Betreuungsdienst kümmert sich um die, die nicht verletzt sind — Unterbringung, Verpflegung, Registrierung, Zuwendung.
Diese beiden Aufträge werden unterschiedlich geübt und stellen unterschiedliche Fragen. Im Sanitätsdienst geht es um Priorität und Zeit, im Betreuungsdienst um Ordnung, Ansprache und Überblick über Menschen, die sich bewegen, suchen und nachfragen. Ein Szenario bildet beides in derselben Lage ab, sodass eine Einheit nicht nur ihre eigene Kachel sieht, sondern auch, was nebenan passiert. Die Perspektive der Notfallversorgung beschreibt die Seite zum Rettungsdienst-Training.
Sichtung und Massenanfall im Zusammenspiel mehrerer Organisationen
Der Massenanfall von Verletzten ist die Lage, die am seltensten geübt und am häufigsten diskutiert wird. Eine realistische Übung braucht Mimen, Schminke, Gelände und Absprachen über Organisationsgrenzen hinweg — Aufwand, der sich pro Jahr selten mehr als einmal stemmen lässt.
Digital sind mehrere Betroffene gleichzeitig aktiv, jeder mit eigenem Bild, eigener Vorgeschichte und eigenem Zeitverlauf. Gesichtet wird nach START, mSTART und JumpSTART mit den Kategorien SK0 bis SK4; die Vitalwerte laufen weiter, während man beim nächsten Betroffenen steht. Details zu Kategorien, Algorithmen und Ablauf stehen auf der Seite zur Triage- und MANV-Simulation.
- Mehrere Einheiten in derselben Lage, jede mit eigenem Auftrag
- Sichtung, Patientenablage und Behandlungsplatz als Teil einer Übung
- Gemeinsame Lagekarte und gemeinsames Einsatztagebuch
- Übergabe an Feuerwehr und Rettungsdienst von beiden Seiten übbar
- Dieselbe Lage beliebig oft, mit veränderter Zahl und Verteilung
Betroffene befragen und betreuen
Wer betreut, spricht. Genau dieser Teil fällt in klassischen Übungen meist weg: Ein Mime, der nichts zu sagen bekommen hat, sagt auch nichts, und die Ansprache wird zur Formalie. In Pointica antworten die simulierten Betroffenen — per Mikrofon oder als Text — passend zu ihrer Situation. Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente, Angehörige, Zeitverlauf: Das muss erfragt werden, es steht nirgends vorab auf einem Zettel.
Spracherkennung, Sprachmodell und Sprachausgabe laufen on-premise, ohne Cloud-Übertragung. Wie das aufgebaut ist und wie die Dialektsimulation funktioniert, beschreibt die Seite zur KI-Patientensimulation.
Was sich damit üben lässt
- Erstansprache: sich vorstellen, erklären, was gerade passiert
- Angehörige, die nach Vermissten fragen, während man arbeitet
- Unruhige oder ausweichende Gesprächspartner statt stiller Mimen
- Registrierung und Rückfragen im Betreuungsdienst
- Wer die falsche Frage stellt, bekommt keine Antwort auf die richtige
Ehrenamt: die Übungszeit ist der Engpass
Eine ehrenamtliche Einheit trifft sich an einem festen Abend im Monat oder in der Woche. Davon geht Zeit für Organisation, Materialpflege und Absprachen ab. Wer eine große Übung ansetzt, bindet dafür einen halben Samstag mehrerer Menschen — und bekommt dennoch selten alle zusammen, weil Beruf, Familie und Bereitschaft dazwischenkommen.
Ein Durchgang in Pointica braucht keine zweite Person und keinen zweiten Rechner. Man startet ein Szenario im Browser, spricht die Betroffenen an, sichtet, dokumentiert und arbeitet die Lage ab; die Simulation übernimmt die Rollen, die sonst besetzt werden müssten. Kommen doch alle zusammen, ändert sich nur die Betriebsart — geführte Übung mit einer Übungsleitung oder ungeführte Übung, in der die Gruppe selbst entscheidet.
- Start im Browser, ohne Installation auf dem privaten Gerät
- Zugang mit Benutzerkonto oder als Gast per PIN oder QR-Code
- Einzeltraining zwischen zwei Diensten, in kurzen Einheiten
- Verteilt nutzbar, wenn die Einheit nicht am selben Ort sitzt
Wasserrettung und Flächenlagen
Hilfsorganisationen werden nicht nur zu Verletzten gerufen, sondern zu Lagen, die Fläche haben: Hochwasser, Unwetter, Ausfall der Versorgung, Evakuierung eines Heims. Solche Lagen lassen sich real fast nie üben, weil sie Raum, Zeit und Gelände brauchen.
Wasserrettung
Vermisstensuche am Gewässer: Suchabschnitte festlegen, Kräfte einteilen, Ergebnisse zusammenführen, Übergabe an den Rettungsdienst.
Hochwasser
Evakuierung von Gebäuden, Sammelstelle einrichten, Betroffene registrieren, Abstimmung mit Feuerwehr und Technischem Hilfswerk.
Großveranstaltung
Sanitätsdienst mit steigender Belastung: mehrere Patienten kurz nacheinander, begrenzte Kräfte, Nachforderung begründen.
Betreuungsstelle
Unterkunft für Evakuierte: Registrierung, Verpflegung, Vermisstenanfragen, Menschen mit Pflegebedarf und ohne Medikamente.
Massenanfall
Sichtung mehrerer Betroffener parallel, Patientenablage, Priorität und Reihenfolge unter Zeitdruck begründen.
Lage mit mehreren Organisationen
Dieselbe Einsatzstelle aus mehreren Blickwinkeln — Abschnitte, Bereitstellungsraum und Übergabepunkte gemeinsam festlegen.
Wie die Feuerwehrseite derselben Lage aussieht, beschreibt die Seite zum Feuerwehr-Training.
Auswertung und Nachweis für die Ausbildungsdokumentation
Am Ende eines Durchgangs steht eine Auswertung: was getragen hat, was gefehlt hat, was vergessen wurde — mit Note, Prozentwert und einer Aufschlüsselung nach Lagefeststellung, Planung, Kommunikation und Zeitverhalten, dazu ein Protokoll mit Zeitstempeln als PDF.
Für die Ausbildungsdokumentation heißt das: Der Nachweis entsteht während der Übung, nicht danach aus dem Gedächtnis. Wie die Auswertung aufgebaut ist, zeigt die Seite zur Übungsauswertung.
- Protokoll je Durchgang, auch beim Einzeltraining
- Dieselbe Lage ein halbes Jahr später — dieselbe Messlatte
- Grundlage für die Nachbesprechung: Fakten statt Erinnerung
- Auswertung gehört in die Ausbildung, nicht in die Personalakte
Pointica ist eine Übungsplattform, keine anerkannte Fortbildung. Ob und wie Durchgänge angerechnet werden, entscheidet Ihre Organisation beziehungsweise die zuständige Stelle.
Für Einheiten, Ausbildung und Übungsleitung
Sanitätsdienst
- Sichtung üben, ohne Mimen und Schminke
- Selten gesehene Bilder wiederholen
- Rückmeldung sofort, nicht Wochen später
Betreuungsdienst
- Ansprache und Registrierung als eigener Inhalt
- Betroffene, die antworten und nachfragen
- Überblick über eine wachsende Sammelstelle
Ausbildung in der Gliederung
- Szenario einmal vorbereiten, oft einsetzen
- Dienstabend planbar füllen
- Gastzugang per PIN oder QR-Code
Übungsleitung
- Lage im laufenden Betrieb verändern
- Alle Teilnehmenden live im Blick
- Auswertung je Teilnehmerin und Teilnehmer
Technische Voraussetzungen
In der Unterkunft genügt ein vorhandener Rechner, ein Tablet oder der Beamer im Schulungsraum; für den Sprachdialog reicht ein einfaches Headset. Wer von zu Hause teilnimmt, braucht nichts weiter als einen aktuellen Browser.
Eine Lage für Ihre Einheit ansehen
Wir richten einen Testzugang mit einem Szenario aus Sanitäts- und Betreuungsdienst ein — Sie sichten und sprechen selbst mit den Betroffenen.
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